Das Kurssystem der gymnasialen Oberstufe

Was bedeutet der Begriff 'Kursstufe'? Die letzten zwei Jahre des Gymnasiums werden aus verschiedenen Gründen Kursstufe genannt: Erstens wird der gewohnte Klassenverband aufgelöst und Schüler besuchen Kurse entsprechend ihrer Wahl; zweitens werden diese beiden Jahre als Einheit gesehen, die sich aus vier Halbjahren zusammensetzt, für welche die Schüler jeweils ein extra Zeugnis erhalten.

Welche Fächer muss ein Schüler besuchen? Bei der Wahl ihrer Kurse haben die Schüler einerseits bestimmte Bereiche und Fächer abzudecken, andererseits besteht aber auch die Möglichkeit der individuellen Schwerpunktsetzung. So muss jeder Schüler Deutsch und Mathematik sowie eine Fremdsprache belegen. Hinzu kommen zwei weitere Schwerpunktfächer, die unter Einhaltung bestimmter Regeln vom Schüler nach persönlichem Interesse gewählt werden können. Diese fünf Fächer werden vierstündig unterrichtet und gelten als Kernfächer, aus denen sich am Ende der Kursstufe auch die schriftlichen Abiturprüfungen zusammensetzen. Weitere Fächer kommen nun als Nebenfächer und AGs hinzu, die zweistündig unterrichtet werden. Ein Oberstufenschüler muss für eine korrekte Kurswahl durchschnittlich 32 Wochenstunden belegen.

Welche Leistungen sind von den Schülern zu erbringen? Die Schüler schreiben in jedem vierstündigen Kurs pro Halbjahr zwei Klausuren, in jedem zweistündigen Fach eine. Verrechnet mit mündlichen Leistungen ergibt sich so für jedes Kurshalbjahr eine Gesamtnote, welche wiederum nach einem bestimmten Berechnungsschlüssel in das Abiturzeugnis mit einfließt. Zudem müssen die Schüler innerhalb der vier Kurshalbjahre drei Leistungen, wie z.B. Referate, Projekte, Versuche usw. in verschiedenen Fächern erbringen.

Wie gestaltet sich die Abiturprüfung? Die Abiturprüfung bildet den Höhepunkt und Abschluss der gymnasialen Kursstufe. Im vierten Schulhalbjahr finden zentral vom Regierungspräsidium gestellte Abiturprüfungen zu festgesetzten Terminen statt. Jeder Schüler muss vier schriftliche Prüfungen ablegen: in Deutsch, Mathematik, einer Fremdsprache und einem weiteren seiner vierstündigen Fächer. Diese Prüfungen dauern durchschnittlich vier Stunden. Hinzu kommt in der Regel eine mündliche Prüfung, in der jeder Schüler einen vorbereiteten Vortrag zu halten hat (sog. Präsentationsprüfung). Zudem besteht die Möglichkeit, sich in den schriftlichen Prüfungsfächern freiwillig mündlich überprüfen zu lassen. Aus all diesen Leistungen und den o.g. Einzelnoten wird schließlich der Abitursdurchschnitt errechnet.