Sozialpraktikum - Elternbrief - Termine - Formulare - Verantw. Lehrer - Schülererfahrung

Ein Bericht über das Sozialpraktikum
von
Maria Leube

Schon seit mehreren Jahren reite ich und interessiere mich sehr für die verschiedenen Arbeitsweisen mit Pferden. Dies wollte ich mit meinem Sozialpraktikum verbinden. Dank einer mir bekannten Therapeutin wurde ich auf den Reitstall Freihof, der seit Anfang diesen Jahres zum Christophsbad Göppingen gehört, aufmerksam. Ich durfte hier mein Sozialpraktikum absolvieren.
Der Umgang mit den Patienten war mir noch fremd. Wie würden diese sich gegenüber den Pferden verhalten? Wie harmoniert ein Team aus Therapeut, Patient und Pferd? Und wie arbeiten die Therapeutinnen und Therapeuten in der Klinik mit ihren Patienten? Auf diese Fragen wollte ich während meines Praktikums Antworten finden.
Am Montagmorgen ging es im positiven Sinne direkt los. Ich wurde von den dort arbeitenden Therapeutinnen herzlich begrüßt und wurde in die Dienstpläne eingewiesen.
Danach war ich im Reitstall Freihof, wo sofort der direkte Kontakt zu den Pferden entstand. Ich durfte mir ein eigenes Bild aus der Position eines Patienten machen und mich auf den Rücken des Therapiepferdes „Lord“ (Bild siehe Anhang) setzen. Wie würde ein körperlich behinderter Patient aufsteigen? Wie reagiert der Körper in der Bewegung mit geschlossenen Augen? Dies konnte ich am eigenen Leibe erfahren. Als wenig später die Patienten kamen und die Therapiestunde begann, konnte ich mir deshalb besser vorstellen, wie es sich für diese anfühlen mag. Auch während der Therapiestunde erklärte mir die Therapeutin das Verhalten des menschlichen Körpers auf dem Pferd und wie es sich verhält, wenn dieser gehandikapt ist. Ich durfte Vermutungen anstellen und war somit aktiv an der Therapie beteiligt, was mir sehr gefallen hat. Die Patienten selbst hatten kein Problem damit, dass Praktikantinnen am Geschehen teilnahmen und waren mir gegenüber sehr aufgeschlossen. Dies trug dazu bei, dass ich mich in dieser Form der Therapie gefordert und wohl fühlte.....

Am Nachmittag ging ich in die Rehabilitationsabteilung.
Alle waren sehr bemüht, mir den Ablauf eines Arbeitstages zu veranschaulichen und ich bekam sogar einen eigenen weißen Kittel. Nun erkannten mich auch die Patienten als Teil der Klinik an, was mich dazu ermutigte, mit ihnen zu reden, während ich sie zusammen mit der Therapeutin zu Gruppenübungen begleitete. Dort durfte ich alle Übungen mitmachen und sogar zeitweise selbst „Hand anlegen“, indem ich Anweisungen in einer Stunde gab, die zur Kräftigung der Muskeln diente. Das Vertrauen, das mir wie selbstverständlich geschenkt wurde, ließ mich motiviert mitarbeiten. Meine Fragen beantwortete die Therapeutin auch währenddessen freundlich und ausführlich. Sie erzählte mir auch, wie sie selbst zu dieser Arbeitsform der Therapie gelangt war und sprach mit mir über meine Vorstellungen in der Berufswelt. Zum Ende einer jeden Gruppenübung brachten wir die Patienten entweder wieder auf ihre Zimmer oder gingen in andere Räume, wo ich immer wieder von lächelnden Gesichtern begrüßt wurde.
Schließlich lag ein anstrengender, aber eindrucksvoller Tag hinter mir und ich freute mich bereits auf den weiteren Verlauf meines Praktikums. ....