Freihof-Leute heute

Die Freihof-Mitteilungen (FM) im Gespräch mit Petra Köthe, der Elternbeiratsvorsitzenden des Freihof-Gymnasiums (PK)


Petra Köthe, Elternbeiratsvorsitzende
FM: Liebe Frau Köthe, wieso engagieren Sie sich in der Elternarbeit des Freihof-Gymnasiums?
PK: Erziehung kann nur gelingen, wenn alle beteiligten Parteien mitarbeiten - das ist zu Hause so, und das gilt auch für die Schulbildung. Eine gelingende Kooperation zwischen Schulleitung, Lehrerkollegium und Elternschaft kann die Schülerinnen und Schüler auf einen guten Weg ins Erwachsenenleben bringen. Elternengagement an der Schule beeinflusst das Schulklima positiv und zeigt den Schülerinnen und Schülern, dass sie auch in diesem Lebensfeld ernst genommen werden - schließlich verbringen sie ja einen guten Teil des Tages in der Schule oder für die Schule.


FM: Wenn ich Sie nach einer besonders erfolgreichen Elternaktion frage: was fällt Ihnen da spontan ein?
PK: Ein besonderes Highlight meinerseits war der Berufs- und Studientag 2011. Dieser fand in 2011 zum ersten Mal statt, wurde vom Elternbeirat organisiert und war eine Kooperationsveranstaltung von Firmen und Eltern: in den verschiedensten Räumen stellten Firmen, Eltern und ehemalige Schüler/innen ihren Ausbildungsweg und ihre Arbeit in über 40 Berufen vor. Diese Veranstaltung wurde durch den Praxisbezug sehr lebendig und war ein großer Erfolg. Der Berufs- und Studientag sollte im Abstand von 2 Jahren durchgeführt werden, da waren sich alle einig. Um die Berufs- und Studienpalette noch breiter aufzeigen zu können, wäre eine Kooperation mit anderen Schulen durchaus denkbar. Der Organisationsaufwand war immens, hat sich aber auf alle Fälle gelohnt.

FM: Was hat Sie dazu bewogen, das Amt der Elternbeiratsvorsitzenden zu übernehmen?
PK: Ein Pfund Enthusiasmus, die Sinnhaftigkeit des Amts und Spaß an der Aufgabe! Besondere Freude macht mir, dass ich so viel Unterstützung durch weitere Eltern bekam und sich die Arbeit deshalb auch auf mehrere Schultern verteilt. Die Zusammenarbeit ist inspirierend und sehr verlässlich. Schön ist am Freihof-Gymnasium, dass die Themen der Eltern immer Gehör finden. Der Schulleiter, Herr Roos, pflegt einen intensiven Kontakt zu den Eltern und nimmt unsere Anliegen als Vertreterinnen der Elternschaft ernst. Herr Roos, Frau Bressmer (die zweite Elternbeiratsvorsitzende) und ich sitzen monatlich zusammen und besprechen Fragen der Eltern wie auch Punkte, die von der Schule her kommen.
Als ich mir zur Vorbereitung auf dieses Interview Gedanken über die Elternarbeit an der Schule machte, wurde mir wieder einmal bewusst, wie vielschichtig unsere Elternarbeit am Freihof-Gymnasium Göppingen ist. Und sie wird an der Schule sehr geschätzt.

FM: Benennen Sie uns ein paar Bereiche der Elternarbeit am Freihof-Gymnasium?
PK: Seien es Mensa, Schulanmeldetage, Schulkonferenzen, Frühstückswochen, Elternbeirats- und Klassenpflegschaftsitzungen, Tage der offenen Tür, Studien-Berufstage, Maientagscafé, Freihof-Mitteilungen, Basketball- und Fußball- Eltern-Mannschaften, Aufklärungsprojekte, Gewaltpräventionsangebote, Projekttage, Selbstverteidigung für Mädchen, Freihof-Allerlei, AG Schulentwicklung, Kuchenspenden (für den Mensa-Verkauf und für Schulveranstaltungen), Förderverein… in allen diesen Gremien oder Bereichen wirken Eltern mit - eine Vielschichtigkeit, auf die wir stolz sein können! An dieser Stelle möchte ich nochmals meinen herzlichen Dank all den Eltern aussprechen, die hier mitwirken.
Über die gesetzlich vorgesehene und an der Schule umgesetzte Elternarbeit möchte ich einen der zusätzlichen Elternarbeitsbereiche hier noch besonders hervorheben: Unsere Mensa wäre ohne Elternengagement undenkbar: Nur durch die Mithilfe vieler Eltern kann an jedem Schultag ein frisch zubereitetes und abwechslungsreiches Essen zu einem erschwinglichen Preis angeboten werden. Hier ist immer Bedarf an helfenden Händen. Ich möchte alle Familienmitglieder der Freihof-Schüler/innen - seien es Eltern, Großeltern, Tanten, Paten … - dazu ermuntern, sich besonders auch in diesem Bereich einzubringen: Man braucht hierzu keine Vorkenntnisse, ist nicht an einem „Amt“ gebunden und kann Tage und Umfang des Engagements in Absprache mit dem Mensa-Team selbst festlegen – und erlebt „Schule“ von einer ganz neuen Seite, nämlich mit einer Innensicht!

FM: Den Blick nach vorn gerichtet: welchen Wunsch haben Sie für die Freihof-Elternarbeit im kommenden Schuljahr?
PK: Es wäre schön, wenn sich für das nächste Schuljahr ganz unkompliziert ein neuer Vorsitz für den Elternbeirat finden würde: meine Zeit als Mutter am Freihof-Gymnasium endet bald, und ich würde mir eine gute „Stabübergabe“ wünschen. Die Elternarbeitsstrukturen sind angelegt und funktionieren; es ist ein schönes Gefühl, ohne Druck zusammenzuarbeiten: alle bringen sich nach ihren Möglichkeiten ein und geben ihr Bestes – so haben wir gemeinsam schon Vieles für das Freihof-Gymnasium erreicht und werden auch die zukünftigen Aufgaben gut meistern können.

FM: Gibt es etwas, was Ihnen in diesem Zusammenhang besonders am Herzen liegt?
PK: Mein Wunsch wäre, dass wir gemeinsam ein besonderes Augenmerk auf diejenigen Schülerinnen und Schüler richten, die nicht so geradlinig, unauffällig und einfach durch die Schulzeit kommen, aus welchen Gründen auch immer. Mit einem liebevollen und konsequenten Maßnahmenpaket, das alle Beteiligte mit einbezieht, soll auch diesen Jugendlichen eine gute Schulzeit ermöglicht werden. Dabei müssen wir alle versuchen, den jeweils anderen zu verstehen. Es gilt, klare Standpunkte zu beziehen ohne starre Handlungsmuster anzuwenden, geradlinig zu agieren und an den richtigen Stellen nachsichtig zu sein, Strukturen zu schaffen ohne die Individualität der Einzelnen aus den Augen zu verlieren. Mittelpunkt aller Bemühungen bleiben unsere Kinder, die Schülerinnen und Schüler, denen wir einen guten Weg in eine sich lohnende Zukunft ermöglichen sollten.

FM: Liebe Frau Köthe, mit diesem leidenschaftlichen Appell setzen Sie einen schönen Schlusspunkt an unser Gespräch. Ich danke Ihnen für Ihre Zeit heute und vor allem auch für Ihr gesamtes Engagement am Freihof-Gymnasium!

Göppingen, im April 2012,
für die Freihof-Mitteilungen stellte Monique Kranz-Janssen die Fragen.
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